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KI31. Juli 2026·15 min read

KI Schulung für Betriebsräte: Arbeitnehmerrechte 2026 – Ratgeber

KI Schulung für Betriebsräte und Arbeitnehmervertreter vermittelt das Wissen, um KI-Einsätze im Betrieb kritisch zu bewerten, Mitbestimmungsrechte durchzusetzen und Arbeitnehmerinteressen zu schützen. Betriebsräte ler…

Von Nikita Schmitke

KI Schulung für Betriebsräte und Arbeitnehmervertreter vermittelt das Wissen, um KI-Einsätze im Betrieb kritisch zu bewerten, Mitbestimmungsrechte durchzusetzen und Arbeitnehmerinteressen zu schützen. Betriebsräte lernen, welche Fragen sie bei KI-Implementierungen stellen müssen, wie sie Datenschutzrisiken erkennen und wo ihre rechtlichen Handlungsspielräume liegen – konkret und praxisorientiert, nicht theoretisch.

KI Schulung für Betriebsräte: Arbeitnehmerrechte 2026 – Ratgeber – KI Schulung für Betriebsräte und Arbeitnehmervertreter

Der Einsatz von KI-Systemen in Unternehmen verändert Arbeitsabläufe, Kontrolle und Entscheidungsfindung. Das betrifft Arbeitnehmer direkt. Betriebsräte haben die Aufgabe, diese Veränderungen zu begleiten und zu gestalten – doch viele fühlen sich unsicher, weil KI-Technologie komplex wirkt. Mit gezielter Schulung gewinnen Sie die Sicherheit, um als Betriebsrat handlungsfähig zu bleiben.

Key Takeaways

  • Betriebsräte haben Mitbestimmungsrechte bei KI-Einführung – insbesondere bei Systemen, die Arbeitnehmer überwachen, bewerten oder kontrollieren

  • Die DSGVO (2018) und der EU AI Act (ab August 2024, Hauptbestimmungen ab Februar 2025) schaffen rechtliche Rahmenbedingungen, die Betriebsräte kennen müssen

  • KI-Schulungen für Betriebsräte sollten Risikokenntnisse (Bias, Datenlecks, Diskriminierung) mit praktischen Kontrollmechanismen verbinden

  • Arbeitnehmervertreter müssen Fragen zu Datensicherheit, Transparenz und Mitarbeiterschutz stellen – bevor KI-Projekte starten

  • Praxisnahe Schulungen mit konkreten Checklisten und Fallbeispielen bereiten Betriebsräte besser vor als reine Theorie

Warum KI-Schulung für Betriebsräte 2026 essentiell ist: KI Schulung für

KI-Systeme verändern Arbeitsabläufe schneller als viele Betriebsräte nachvollziehen können. ChatGPT, Microsoft Copilot und spezialisierte Branchenlösungen sind längst im Arbeitsalltag angekommen – oft ohne strukturierte Vorbereitung der Mitarbeitervertretung. Das schafft Risiken: Datenschutzverstöße, unfaire Leistungsbewertungen, Diskriminierung durch Algorithmen oder unerwünschte Jobverlagerungen können entstehen, wenn Betriebsräte nicht frühzeitig eingebunden sind.

KI Schulung für Betriebsräte und Arbeitnehmervertreter ist deshalb kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Sie ermöglicht es Betriebsräten, bei KI-Projekten nicht nur zu reagieren, sondern proaktiv zu gestalten. Mit dem richtigen Wissen können Sie:

  • Risiken für Arbeitnehmer früh erkennen

  • Mitbestimmungsrechte sicher durchsetzen

  • Geschäftsführung auf Augenhöhe beraten

  • Vertrauen bei Mitarbeitern aufbauen, statt Angst zu schüren

Die Schulung sollte praktisch und rollengerecht sein. Betriebsräte brauchen keine Programmierkenntnisse, aber sie müssen verstehen, wie KI-Systeme funktionieren, wo Risiken lauern und welche Fragen sie stellen müssen.

Arbeitnehmerrechte im Kontext von KI-Systemen

Arbeitnehmer haben Rechte – auch wenn KI im Spiel ist. Diese Rechte sind in der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung), dem Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) und zunehmend im EU AI Act verankert. Betriebsräte müssen diese Rechte kennen und schützen.

Was Arbeitnehmer im KI-Kontext schützen muss:

  • Datenschutz und Privatsphäre : Arbeitnehmer dürfen nicht ohne Grund überwacht werden. Wenn KI-Systeme Arbeitsleistung analysieren, müssen strenge Datenschutzvorgaben gelten. Artikel 6 DSGVO definiert, unter welchen Bedingungen Datenverarbeitung rechtmäßig ist – Geschäftsführung kann sich nicht einfach „Effizienz" als Grund aussuchen.

  • Transparenz und Erklärbarkeit : Wenn ein KI-System über Einstellung, Beförderung oder Kündigung mitentscheidet, müssen Arbeitnehmer verstehen, wie diese Entscheidung zustande kam. Der EU AI Act (ab Februar 2025) verpflichtet Unternehmen, hochriskante KI-Systeme transparent zu machen.

  • Recht auf menschliche Überprüfung : Automatisierte Entscheidungen, die Arbeitnehmer benachteiligen, dürfen nicht ohne menschliche Kontrolle getroffen werden. Artikel 22 DSGVO gibt Arbeitnehmern das Recht, gegen rein automatisierte Entscheidungen Einspruch zu erheben.

  • Schutz vor Diskriminierung : KI-Systeme können Vorurteile verstärken – etwa wenn ein Recruiting-Tool Frauen systematisch benachteiligt. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) schützt auch vor algorithmischer Diskriminierung.

  • Jobsicherheit und Umschulung : Wenn KI Arbeitsplätze verändert oder gefährdet, müssen Arbeitgeber Umschulungen anbieten. Das ist nicht nur ethisch, sondern auch rechtlich verankert (Betriebsverfassungsgesetz).

Betriebsräte sind die Stimme dieser Rechte. Sie müssen wissen, wo die Grenzen sind und wie sie diese Grenzen durchsetzen.

Mitbestimmungsrechte bei KI-Einführung im Betrieb

Das Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) gibt Betriebsräten konkrete Mitbestimmungsrechte – auch bei KI. Viele Geschäftsführer wissen das nicht oder ignorieren es. Betriebsräte müssen diese Rechte kennen und nutzen.

Welche Mitbestimmungsrechte gelten konkret:

Recht Anwendung Rechtsgrundlage
Informationsrecht Geschäftsführung muss Betriebsrat über KI-Projekte informieren – Zeitpunkt, Umfang, Auswirkungen § 90 BetrVG
Mitbestimmungsrecht Bei Systemen, die Arbeitnehmer überwachen oder bewerten, hat Betriebsrat Mitsprache § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG
Zustimmungsrecht Bei Überwachungsanlagen (auch Leistungskontrolle durch KI) kann Betriebsrat Zustimmung verweigern § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG
Recht auf Beratung Betriebsrat kann externe Sachverständige (z. B. Datenschutzberater) hinzuziehen § 80 Abs. 3 BetrVG
Recht auf Schulung Arbeitgeber muss Betriebsrat schulen, damit er seine Aufgaben erfüllen kann § 37 Abs. 6 BetrVG

Praktische Szenarien:

  1. KI-gestützte Leistungskontrolle : Ein Unternehmen führt ein System ein, das die Arbeitsgeschwindigkeit von Sachbearbeitern misst. Das fällt unter § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG – der Betriebsrat muss beteiligt werden. Ohne Zustimmung ist die Implementierung rechtswidrig.

  2. Recruiting mit KI : Ein System soll Bewerbungen vorselektieren. Hier hat der Betriebsrat Informationsrecht und kann Bedenken äußern, wenn das System diskriminierend wirkt (z. B. Frauen systematisch ausschließt).

  3. Datenschutz-Risiken : Wenn KI-Systeme personenbezogene Daten verarbeiten, muss eine Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA) durchgeführt werden. Der Betriebsrat sollte diese einsehen können.

Wichtig : Viele Betriebsräte wissen nicht, dass sie diese Rechte haben. Geschäftsführer nutzen das manchmal aus und implementieren KI-Systeme „still und leise". Eine gute KI Schulung für Betriebsräte und Arbeitnehmervertreter macht diese Rechte transparent und actionable. Schulung für Geschäftsführer

Praktische Schulungsinhalte für Betriebsräte

Eine effektive Schulung für Betriebsräte sollte nicht bei Theorie stehen bleiben. Sie muss konkrete, sofort anwendbare Inhalte vermitteln – mit Checklisten, Fallbeispielen und Kontrollmechanismen.

Modul 1: KI-Grundlagen für Nicht-Techniker

Betriebsräte müssen verstehen, wie KI funktioniert – ohne Programmierkenntnisse. Die Schulung sollte erklären:

  • Was ist Machine Learning? (Systeme lernen aus Daten, statt explizit programmiert zu werden)

  • Wie entstehen Bias und Fehler in KI-Systemen? (Trainings-Daten können Vorurteile enthalten)

  • Welche KI-Systeme sind im Betrieb typischerweise im Einsatz? (ChatGPT, Copilot, spezialisierte Branchenlösungen)

  • Wo liegen die Grenzen von KI? (KI ist nicht „intelligent" wie Menschen – sie erkennt Muster)

Modul 2: Rechtliche Handlungsspielräume

Hier geht es um die konkreten Rechte und Pflichten:

  • Betriebsverfassungsgesetz: Welche Mitbestimmungsrechte habe ich?

  • DSGVO: Wann ist Datenverarbeitung durch KI rechtmäßig?

  • EU AI Act: Welche neuen Anforderungen gelten ab Februar 2025?

  • Checkliste: Welche Fragen stelle ich bei jedem KI-Projekt?

Modul 3: Risikenerkennung und Kontrolle

Betriebsräte müssen Risiken früh erkennen:

  • Datenschutz-Risiken : Welche Daten fließen in die KI? Sind diese Daten notwendig? Wer hat Zugriff?

  • Überwachungs-Risiken : Misst das System Arbeitsleistung, Verhalten oder Emotionen? Ist das verhältnismäßig?

  • Diskriminierungs-Risiken : Kann das System Gruppen von Arbeitnehmern benachteiligen (z. B. ältere Mitarbeiter, Frauen, Menschen mit Behinderungen)?

  • Transparenz-Risiken : Können Arbeitnehmer verstehen, wie Entscheidungen zustande kommen?

Modul 4: Praktische Checklisten und Fallbeispiele

Die Schulung sollte konkrete Werkzeuge bereitstellen:

  • KI-Projekt-Checkliste für Betriebsräte (z. B.: „Wurde eine DSFA durchgeführt?", „Gibt es ein Opt-out für Arbeitnehmer?", „Sind Entscheidungen nachvollziehbar?")

  • Fallbeispiele aus der Praxis (z. B. Recruiting-KI, Leistungskontrolle, Kundenservice-Chatbots)

  • Verhandlungs-Szenarien (Wie stelle ich Fragen? Wie durchsetze ich Bedenken?)

Modul 5: Mitarbeiterkommunikation

Betriebsräte müssen Ängste ernst nehmen und Vertrauen aufbauen:

  • Wie kommuniziere ich KI-Projekte an die Belegschaft?

  • Wie gehe ich mit Jobangst um?

  • Wie erkläre ich KI in einfacher Sprache?

Diese Module sollten in einer Schulung kombiniert werden – idealerweise in 2–3 Stunden, mit praktischen Übungen und direktem Austausch.

Datenschutz und DSGVO-Compliance bei KI-Nutzung

Nikita Schmitke – Gründer & Geschäftsführer des Deutschen Fortbildungsservice

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Datenschutz ist das Rückgrat jeder KI-Schulung für Betriebsräte. Die DSGVO schützt Arbeitnehmer vor Missbrauch ihrer Daten – aber nur, wenn Betriebsräte wissen, wie sie diese Schutzbestimmungen durchsetzen.

Kernprinzipien der DSGVO im KI-Kontext:

  1. Rechtmäßigkeit der Verarbeitung (Artikel 6 DSGVO): Daten dürfen nur verarbeitet werden, wenn ein rechtlicher Grund besteht. „Effizienz" oder „wir wollen es" sind keine Gründe. Mögliche Gründe sind Vertrag, Einwilligung, rechtliche Verpflichtung, vitale Interessen, öffentliche Aufgabe oder berechtigte Interessen – aber auch hier muss eine Interessensabwägung stattfinden.

  2. Datensparsamkeit (Artikel 5 DSGVO): Nur die Daten sammeln, die wirklich nötig sind. Wenn ein KI-System für Leistungskontrolle nur Arbeitsstunden braucht, darf es nicht auch Kommunikationsdaten sammeln.

  3. Transparenz (Artikel 13, 14 DSGVO): Arbeitnehmer müssen wissen, welche Daten über sie verarbeitet werden und wofür. Wenn ein System automatisierte Entscheidungen trifft (z. B. bei Beförderungen), müssen Arbeitnehmer das erfahren.

  4. Recht auf Widerspruch (Artikel 21 DSGVO): Arbeitnehmer können gegen die Verarbeitung ihrer Daten widersprechen – auch gegen automatisierte Profilbildung.

  5. Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA) (Artikel 35 DSGVO): Bei hochriskanten KI-Systemen ist eine DSFA Pflicht. Der Betriebsrat sollte diese einsehen können.

Praktisches Beispiel:

Ein Unternehmen führt ein KI-System ein, das E-Mails von Kundenberatern analysiert, um „Verkaufsqualität" zu bewerten. Das ist problematisch:

  • Datenschutz-Risiko : Das System verarbeitet Geschäftskommunikation. Sind diese Daten notwendig? Könnte man Qualität nicht anders messen?

  • Überwachungs-Risiko : Arbeitnehmer wissen möglicherweise nicht, dass ihre Mails analysiert werden.

  • Diskriminierungs-Risiko : Das System könnte Arbeitnehmer mit Akzent oder atypischer Kommunikation benachteiligen.

Ein gut geschulter Betriebsrat würde hier Fragen stellen:

  • Liegt eine DSFA vor?

  • Gibt es eine Rechtsgrundlage für diese Datenverarbeitung?

  • Sind Arbeitnehmer informiert?

  • Können Sie widersprechen?

Wichtig für Betriebsräte : Der EU AI Act (ab Februar 2025) verschärft diese Anforderungen. Hochriskante KI-Systeme (z. B. solche, die Einstellungsentscheidungen treffen) müssen zertifiziert sein und regelmäßig überwacht werden. Das ist eine neue Kontrollmöglichkeit für Betriebsräte.

Best Practices: Erfolgreiche KI-Schulungen im Mittelstand

Wie sieht eine gelungene KI Schulung für Betriebsräte und Arbeitnehmervertreter in der Praxis aus? Wir haben die Erfahrung gemacht, dass folgende Elemente entscheidend sind:

1. Bedarfsanalyse vor der Schulung

Jedes Unternehmen hat andere Schwerpunkte. Ein Produktionsbetrieb hat andere KI-Risiken als ein Dienstleister. Die Schulung sollte daher maßgeschneidert sein:

  • Welche KI-Systeme sind bereits im Einsatz?

  • Welche sind geplant?

  • Wo sieht der Betriebsrat die größten Risiken?

  • Welche Konflikte gibt es bereits?

Eine gute Schulung startet mit dieser Analyse – nicht mit generischer Theorie.

2. Interaktive Workshops statt Frontalunterricht

Betriebsräte lernen besser durch Diskussion und Fallbeispiele als durch Vorträge. Effektive Schulungen:

  • Arbeiten mit konkreten Szenarien aus dem Betrieb

  • Ermöglichen Fragen und Diskussion

  • Bieten praktische Checklisten und Werkzeuge zum Mitnehmen

  • Dauern 2–3 Stunden – nicht länger (Betriebsräte haben wenig Zeit)

3. Kombination von Recht und Praxis

Die beste Schulung verbindet rechtliches Wissen mit praktischer Anwendung:

  • Modul 1: Welche Rechte habe ich? (Recht)

  • Modul 2: Wie erkenne ich Risiken? (Praxis)

  • Modul 3: Wie setze ich meine Rechte durch? (Verhandlung)

4. Nachbetreuung und Austausch

Schulung ist nicht einmalig. Betriebsräte brauchen:

  • Zugang zu Materialien und Checklisten nach der Schulung

  • Möglichkeit, Fragen später zu stellen

  • Regelmäßige Updates (z. B. wenn neue Gesetze in Kraft treten)

  • Austausch mit anderen Betriebsräten (Best Practices)

5. Fokus auf Handlungsfähigkeit

Am Ende der Schulung sollte der Betriebsrat wissen:

  • Welche Fragen stelle ich bei KI-Projekten?

  • Welche Unterlagen fordere ich an?

  • Wann hole ich externe Hilfe (z. B. Datenschutzberater)?

  • Wie kommuniziere ich mit der Belegschaft?

Das ist der Unterschied zwischen theoretischem Wissen und praktischer Handlungsfähigkeit.

Schritt für Schritt: Wie Betriebsräte KI-Projekte überprüfen

Wenn der Betriebsrat von einem KI-Projekt erfährt, sollte er systematisch vorgehen. Hier ist ein praktisches Vorgehen:

1. Informationen sammeln

Fordern Sie folgende Unterlagen an:

  • Technische Beschreibung: Wie funktioniert das System?

  • Datenfluss: Welche Daten fließen in das System?

  • Zweck: Wofür wird das System eingesetzt?

  • Anbieter: Wer entwickelt/betreibt das System?

  • Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA): Wurde diese durchgeführt?

  • Risikobewertung: Welche Risiken wurden identifiziert?

2. Risiken bewerten

Nutzen Sie eine Checkliste:

  • Werden Arbeitnehmer überwacht oder bewertet?

  • Können Entscheidungen (Einstellung, Beförderung, Kündigung) vom System beeinflusst werden?

  • Können sensible Daten (Gesundheit, Ethnizität, Religion) verarbeitet werden?

  • Kann das System diskriminierend wirken?

  • Sind Arbeitnehmer informiert?

  • Können Arbeitnehmer widersprechen?

3. Mit der Geschäftsführung verhandeln

Wenn Risiken identifiziert sind, führen Sie ein Gespräch:

  • Dokumentieren Sie Ihre Bedenken schriftlich

  • Fordern Sie Maßnahmen ein (z. B. Opt-out für Arbeitnehmer, regelmäßige Audits)

  • Setzen Sie eine Frist für Verbesserungen

  • Holen Sie bei Bedarf externe Hilfe (Datenschutzberater, Gewerkschaft)

4. Mitarbeiter informieren

Kommunizieren Sie transparent:

  • Was ist das System und wofür wird es eingesetzt?

  • Welche Daten werden verarbeitet?

  • Welche Rechte haben Arbeitnehmer?

  • Welche Risiken sieht der Betriebsrat?

  • Was hat der Betriebsrat verhandelt?

5. Monitoring und Kontrolle

Nach der Implementierung:

  • Führen Sie regelmäßige Audits durch

  • Sammeln Sie Feedback von Arbeitnehmern

  • Überprüfen Sie, ob das System wie versprochen funktioniert

  • Dokumentieren Sie Probleme

  • Passen Sie bei Bedarf an

Häufig gestellte Fragen

Darf ich als Betriebsrat KI-Projekte blockieren?

Nicht einfach blockieren – aber Sie haben Mitbestimmungsrechte. Bei Systemen, die Arbeitnehmer überwachen oder bewerten, können Sie Zustimmung verweigern oder Bedingungen stellen (z. B. Opt-out, regelmäßige Audits). Das ist nicht Blockade, sondern Gestaltung. Mit guten Argumenten (Datenschutz-Risiken, Diskriminierungsgefahr) haben Sie Verhandlungsmacht.

Welche Rolle spielen Gewerkschaften bei KI-Schulungen?

Gewerkschaften bieten oft kostenlose Schulungen und Beratung für Betriebsräte an. Sie können auch externe Sachverständige stellen und bei Konflikten mit der Geschäftsführung unterstützen. Ein Betriebsrat sollte diese Ressourcen nutzen – Gewerkschaften haben Erfahrung mit KI-Konflikten und kennen die Rechtslage.

Braucht jeder Betriebsrat eine KI-Schulung?

Ja, wenn im Betrieb KI eingesetzt wird oder geplant ist. Auch wenn KI bisher keine Rolle spielt – Betriebsräte sollten sich vorbereiten. Eine Schulung dauert 2–3 Stunden und spart später viel Zeit und Konflikte. Denken Sie an § 37 Abs. 6 BetrVG: Der Arbeitgeber muss Betriebsräte schulen, damit sie ihre Aufgaben erfüllen können.

Was ist der Unterschied zwischen DSGVO und EU AI Act?

Die DSGVO (seit 2018) regelt Datenschutz – wie Daten verarbeitet werden dürfen. Der EU AI Act (ab August 2024, Hauptbestimmungen ab Februar 2025) regelt KI-Systeme selbst – wie sie entwickelt, getestet und überwacht werden müssen. Zusammen bilden sie den rechtlichen Rahmen für KI in Europa. Betriebsräte müssen beide kennen.

Kann ich als Betriebsrat externe Datenschutzberater hinzuziehen?

Ja. § 80 Abs. 3 BetrVG erlaubt Betriebsräten, Sachverständige hinzuzuziehen. Wenn ein KI-Projekt komplex ist oder Datenschutz-Risiken hat, kann ein externer Berater helfen. Die Kosten trägt der Arbeitgeber – das ist eine Betriebsrats-Aufgabe, die vom Betrieb finanziert werden muss.

Wie erkenne ich, ob ein KI-System diskriminierend ist?

Das ist schwierig, weil Bias oft versteckt ist. Achten Sie auf Signale: Werden bestimmte Gruppen (Frauen, ältere Mitarbeiter, Menschen mit Behinderungen) vom System benachteiligt? Gibt es Beschwerden? Können Ergebnisse erklärt werden? Eine gute Schulung zeigt, wie man Bias erkennt und welche Fragen man stellt. Im Zweifelsfall hilft ein externer Audit.

Was passiert, wenn der Arbeitgeber meine Mitbestimmungsrechte ignoriert?

Das ist rechtswidrig. Sie können: Schriftlich protestieren und eine Frist setzen, die Gewerkschaft einschalten, ein Schiedsverfahren vor dem Arbeitsgericht anstreben oder im schlimmsten Fall die Implementierung vor Gericht stoppen. Wichtig: Dokumentieren Sie alles schriftlich. Das stärkt Ihre Position.

Zusammenfassung und nächste Schritte

KI Schulung für Betriebsräte und Arbeitnehmervertreter ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit in 2026. Die Technologie verändert Arbeitsabläufe schneller als viele Betriebsräte nachvollziehen können. Mit dem richtigen Wissen können Sie jedoch: KI-Schulung in der Finanzabteilung

  • Mitbestimmungsrechte sicher durchsetzen

  • Risiken für Arbeitnehmer früh erkennen

  • Geschäftsführung auf Augenhöhe beraten

  • Vertrauen bei Mitarbeitern aufbauen

Eine gute Schulung verbindet rechtliches Wissen mit praktischen Werkzeugen – Checklisten, Fallbeispielen und Verhandlungs-Szenarien. Sie sollte maßgeschneidert sein auf Ihren Betrieb und 2–3 Stunden dauern, nicht länger.

Der Schlüssel ist, nicht zu warten, bis Konflikte entstehen. Betriebsräte, die sich frühzeitig schulen und proaktiv handeln, gewinnen Gestaltungsmacht. Sie sind dann nicht Zuschauer, sondern Gestalter der KI-Transformation in ihrem Betrieb.

Wenn Sie Ihre Betriebsräte schulen möchten – sei es zu ChatGPT Schulung für Unternehmen 2026 oder spezifisch zu KI-Datenschutz – sprechen Sie uns an. Wir bieten maßgeschneiderte Schulungen an, die Betriebsräte handlungsfähig machen. Nutzen Sie unsere kostenfreie Beratung, um herauszufinden, was Ihr Betrieb braucht.

Ergänzung: Rückverlinkung zum Pillar

Diese Schulung für Betriebsräte ist Teil eines größeren Themenbereichs. Für einen umfassenden Überblick über Mitarbeiterschulung Künstliche Intelligenz in Unternehmen empfehlen wir unseren Pillar-Artikel. Dieser behandelt Best Practices der Schulungsgestaltung, Implementierungsstrategien in verschiedenen Unternehmensgrößen, Erfolgsmessung von KI-Schulungen sowie die Verbindung zwischen Mitarbeiterschulung und Unternehmenskultur. Der Pillar bietet Ihnen die strategische Perspektive, während dieser Artikel speziell auf die Rolle und Handlungsfähigkeit von Betriebsräten fokussiert.

Quellen

  • Bundesministerium der Justiz (BMJ) (2024): Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG), insbesondere § 87 Abs. 1 Nr. 6, § 90 und § 37 Abs. 6. Verfügbar unter: https://www.gesetze-im-internet.de/betrvg/

  • Europäische Kommission (2024): Verordnung (EU) 2024/1689 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juni 2024 zur Festlegung harmonisierter Vorschriften für künstliche Intelligenz (EU-AI-Act). Verfügbar unter: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32024R1689

  • Europäisches Datenschutzbüro (EDPB) (2023): Guidelines on artificial intelligence (AI) and data protection. Verfügbar unter: https://edpb.ec.europa.eu/

  • Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) (2024): KI und Arbeitnehmerrechte – Ratgeber für Betriebsräte. Verfügbar unter: https://www.dgb.de

  • Bundesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit (BfDI) (2024): KI und Datenschutz – Handlungsleitfaden. Verfügbar unter: https://www.bfdi.bund.de


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Über den Autor

Nikita Schmitke

Gründer & Geschäftsführer

Gründer und Geschäftsführer von KI Kapitän sowie Gründer und Geschäftsführer der Firma Deutscher Fortbildungsservice UG. Mit Erfahrung in leitender Position von über 100 Mitarbeitern eines KMU im Gesundheitsbereich, wo er durch ChatGPT-Einsatz rund 50% seiner Büroarbeitszeit einsparte.

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